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Erklärbare KI für Cybersicherheit erhält internationalen Best Paper Award

| IT Security | Preise & Auszeichnungen | Marine Perception | Osnabrück / Oldenburg

Die wachsende Bedrohung durch bislang unbekannte Netzwerkangriffe stellt moderne IT-Sicherheitssysteme vor erhebliche Herausforderungen. Es fehlt häufig an leistungsfähigen und zugleich erklärbaren KI-Ansätzen für die zuverlässige Erkennung sogenannter Zero-Day-Angriffe. Mit dem wissenschaftlichen Artikel „Detect, Decide, Explain: An Intelligent Framework for Zero-Day Network Attack Detection“ nimmt das Forschungsteam genau diese Herausforderung in den Fokus. Die Arbeit wurde auf der AI-2025 – 45. SGAI International Conference on Artificial Intelligence mit dem Preis für das beste Anwendungspapier ausgezeichnet.

Preisträger© Saif Alzubi
Preisträger: Dr. Frederic Theodor Stahl und Saif Alzubi.

Die internationale Konferenz fand vom 16. bis 18. Dezember 2025 in Cambridge (Großbritannien) statt und zählt zu den etablierten europäischen Foren für anwendungsorientierte Forschung im Bereich der Künstlichen Intelligenz. Veranstaltet wird sie von der Specialist Group on Artificial Intelligence (SGAI) der British Computer Society und bringt jährlich Forschende aus Wissenschaft und Praxis zusammen.

Fokus auf Zero-Day-Angriffe und erklärbare KI

Der prämierte Beitrag zielt auf ein zentrales Problem moderner IT-Sicherheit: die frühzeitige Erkennung von Zero-Day-Netzwerkangriffen, also Angriffen, für die noch keine bekannten Signaturen oder Abwehrmechanismen existieren. Das vorgestellte Framework verbindet leistungsfähige KI-basierte Detektionsmethoden mit transparenten Entscheidungs- und Erklärungsmechanismen (Explainable AI, XAI).

Damit trägt die Arbeit dazu bei, KI-Systeme nicht nur leistungsfähig, sondern auch nachvollziehbar und vertrauenswürdig zu gestalten – ein entscheidender Faktor für ihren Einsatz in realen, sicherheitskritischen Umgebungen.

Dr. Frederic Theodor Stahl, Leiter des Forschungsbereichs „Marine Perception“ am DFKI Niedersachen in Oldenburg

„Gerade in sicherheitskritischen Anwendungen reicht es nicht aus, dass KI-Systeme gute Vorhersagen treffen – ihre Entscheidungen müssen auch transparent und erklärbar sein. Unsere Arbeit zeigt, wie sich leistungsfähige Erkennung von Netzwerkangriffen mit nachvollziehbaren KI-Methoden verbinden lässt und damit einen echten Mehrwert für reale Sicherheitssysteme schafft.“

Dr. Frederic Theodor Stahl, Leiter des Forschungsbereichs „Marine Perception“ am DFKI Niedersachen in Oldenburg

Einbettung in ein starkes Forschungsumfeld

Die Konferenz in Cambridge bot nicht nur die Bühne für den ausgezeichneten Beitrag, sondern steht insgesamt für die Breite und Relevanz angewandter KI-Forschung. In den vergangenen Jahren präsentierten dort auch Forschende deutscher Hochschulen und Forschungseinrichtungen – unter anderem aus dem Umfeld der Jade Hochschule – eine Vielzahl an Arbeiten, etwa zu erklärbarer KI, datenschutzorientierten KI-Systemen, medizinischen Anwendungen, Umwelt- und maritimer KI sowie intelligenten Assistenzsystemen.
Diese thematische Vielfalt unterstreicht den Stellenwert der SGAI-Konferenz als Plattform für den internationalen Austausch zwischen unterschiedlichen Disziplinen und Anwendungsfeldern der Künstlichen Intelligenz.

Teilnehmer der Konferenz© Chris Jeky Liabel
Teilnehmer der Konferenz von links nach rechts: Prof. Dr. Christoph Tholen, Prof. Dr. Lars Nolle, Tobias Neiß-Theuerkauff, Dr. Frederic Theodor Stahl, Prof. Dr.-Ing. Frank Wallhoff, Jérôme Agater, Prof. Dr.-Ing. Ammar Memari, Andre Miedtank, Dr. Christoph Manß.

Internationale Zusammenarbeit

Die Forschung entstand in enger Kooperation mit internationalen Partnern:

  • Saif Alzubi (Erstautor), University of Exeter
  • M. Al-Khafajiy, University of Lincoln

Wir danken dem Konferenzkomitee der SGAI für diese Anerkennung sowie allen beteiligten Forschenden für die hervorragende Zusammenarbeit. Die Auszeichnung unterstreicht die Relevanz gemeinsamer Forschung an der Schnittstelle von Künstlicher Intelligenz und Cybersicherheit – ein Themenfeld von wachsender Bedeutung für Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft.

Pressekontakt:

Communications & Media Niedersachsen