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Künstliche Intelligenz in der Medizin: Erfolgreiches Symposium in Homburg schlägt Brücke zwischen Forschung und klinischem Alltag

| Gesundheit & Medizin | Agenten und Simulierte Realität | Saarbrücken

Wie nah Zukunft und klinischer Alltag bereits beieinanderliegen, zeigte das Symposium „KI in der Medizin“, das am 16. und 17. Januar 2026 im Neuen Hörsaal auf dem Campus Homburg stattfand. Über 240 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Medizin, Forschung, Wirtschaft und Gesellschaft kamen an beiden Tagen zu Vorträgen, Workshops und intensivem Austausch zusammen. Veranstaltet wurde das Symposium von Health.AI, dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), der Universität des Saarlandes sowie der Medizinischen Fakultät des Universitätsklinikums des Saarlandes.

© Health.AI

Der erste Veranstaltungstag widmete sich den Grundlagen und aktuellen Entwicklungen der Künstlichen Intelligenz im medizinischen Kontext. Eröffnet wurde das Symposium von Prof. Christian Schorr, Principal Researcher und Domänenexperte für Medizin am DFKI, mit einer grundlegenden Einführung zur Frage „Was ist Künstliche Intelligenz?“. Prof. Ulf Nehrbass, CEO des Luxembourg Institute of Health, beleuchtete anschließend Chancen und Herausforderungen einer grenzüberschreitenden Gesundheitsversorgung in der Großregion. Benjamin Duppe, Researcher am DFKI, erläuterte zentrale KI-Verfahren wie neuronale Netze und ordnete deren Bedeutung für medizinische Anwendungen ein.

Weitere Beiträge zeigten aktuelle Forschungsprojekte und den Einsatz von KI in unterschiedlichen medizinischen Fachdisziplinen – von der Medikamentenentwicklung über bildbasierte Diagnostik und Therapie bis hin zur pädiatrischen Onkologie. Prof. Andrea Volkamer (Universität des Saarlandes) verdeutlichte in ihrem Vortrag zur Rolle von KI in der Arzneimittelforschung, wie datengetriebene Methoden Entwicklungsprozesse beschleunigen und präzisieren können. Prof. Michael Forsting (Universität Duisburg-Essen) zeigte anhand konkreter Beispiele, welche KI-Anwendungen bereits heute erfolgreich in deutschen Kliniken im Einsatz sind. Die thematische Bandbreite machte deutlich, wie eng Grundlagenforschung, Methodik und medizinische Versorgung inzwischen verzahnt sind.

Der zweite Tag stand ganz im Zeichen der praktischen Anwendung. Mit OPTITOMO stellte Dr. Paul Retif (CHR Metz-Thionville) ein KI-gestütztes Werkzeug aus der Zahnmedizin vor, das Diagnostik mithilfe lernender Verfahren unterstützt. Dr. Jonas Fröhlich, Facharzt für Innere- und Allgemeinmedizin, zeigte, wie Digitalisierung und KI Einzug in die hausärztliche Praxis halten und dort Arbeitsabläufe spürbar erleichtern können. Im Lunch-Symposium ging Dr. Martina Schneider von der Techniker Krankenkasse der Frage nach, welche Voraussetzungen Wissenschaft erfüllen muss, damit Innovationen tatsächlich den Weg in die Versorgung finden. Ein eigener Themenblock widmete sich ethischen und rechtlichen Fragestellungen rund um den Einsatz von KI in der Medizin.

In fünf parallelen Workshops vertieften die Teilnehmenden zentrale Aspekte wie Datenkompetenz, Ethik in der KI-Entwicklung und die Erklärbarkeit von KI-Systemen. Der DFKI-Workshop unter der Leitung von Manuela Schuler zeigte auf, wie Entscheidungen technischer Systeme für medizinisches Fachpersonal sowie für Patientinnen und Patienten verständlich, nachvollziehbar und transparent gestaltet werden können.

Neben dem offiziellen Programm boten Pausen und Zwischenzeiten Raum für intensive Gespräche und Vernetzung. Besonders bewegend waren die Einblicke aus der Kinderonkologie, die eindrücklich verdeutlichten, dass KI nicht nur Prozesse optimiert, sondern gerade in sensiblen Bereichen einen echten Unterschied für Patientinnen und Patienten machen kann.

Christian Schorr, Co-Veranstalter des Symposiums, zog ein positives Fazit:
„KI in der Medizin ist hoch relevant und betrifft viele Ebenen zugleich. Medizin, Informatik, Recht, Ethik und Gesellschaft müssen gemeinsam an Lösungen arbeiten. Die rechtlichen Rahmenbedingungen sind dabei Pflicht und zugleich Herausforderung. Der enge Austausch zwischen Klinik, Forschung, Kostenträgern, Industrie und Zivilgesellschaft hat sich als besondere Stärke dieses Formats erwiesen. Solche Veranstaltungen gehören in unsere Region: Sie schaffen Sichtbarkeit, fördern Wissenstransfer und öffnen Türen – auch für Studierende sowie angehende Ärztinnen und Ärzte.“

Ein nächstes grenz- und institutionenübergreifendes Symposium „KI in der Medizin“ ist für 2028 geplant. Bis dahin wollen die beteiligten Akteure den begonnenen Dialog fortführen, Kooperationen vertiefen und neue Forschungsvorhaben anstoßen. Die durchweg positiven Rückmeldungen aus den beiden Veranstaltungstagen geben dafür deutlichen Rückenwind.

Mehr Infos zum KI in der Medizin-Symposium 2026:
https://health-ai.de/report-ki-in-der-medizin-symposium-2026

Kontakt:

Prof. Dr. Christian Schorr

Principal Researcher, FB Agenten und Simulierte Realität, DFKI