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Innovative Düngererkennung durch künstliche Intelligenz

| Transfer-Stories | Landwirtschaft & Agrartechnik | Preise & Auszeichnungen | Kooperative und Autonome Systeme | Osnabrück / Oldenburg

Die zunehmende Vielfalt von Düngemitteln und uneinheitlichen Produktbezeichnungen erschwert die präzise Einstellung moderner Düngerstreuer erheblich. Umfangreiche Streutabellen machen die korrekte Identifikation des eingesetzten Düngers zeitaufwendig und fehleranfällig. Gemeinsam mit AMAZONE entwickelte das DFKI eine Lösung für genau dieses Problem. Die Projektergebnisse bildeten die Basis für die Entwicklung der App EasyMatch, die auf der Agritechnica mit der Silbermedaille ausgezeichnet wurde.

Mit EasyMatch wird ein digitaler Fingerabdruck anhand multipler Faktoren durch Artificial Intelligence (AI) bestimmt© AMAZONE
Mit EasyMatch wird ein digitaler Fingerabdruck anhand multipler Faktoren durch Artificial Intelligence (AI) bestimmt und die Einstellempfehlungen für den Dünger werden automatisch aus der Datenbank geladen.

Gerade in sehr umfangreichen Streutabellen den passenden Dünger zu finden, ist für Beschäftigte in der Landwirtschaft eine Herausforderung. Der Prozess ist zeitaufwendig und fehleranfällig. Falsche Einstellungen können nicht nur Erträge mindern, sondern auch unnötige Umweltbelastungen verursachen. Der Bedarf an einer zuverlässigen, praxistauglichen Lösung ist entsprechend hoch.

Düngemittelklassifizierung per KI

In einem gemeinsamen Projekt bündelten das DFKI und AMAZONE ihre jeweiligen Stärken in einer vertrauensvollen und partnerschaftlichen Zusammenarbeit. Aufbauend auf der umfangreichen AMAZONE-Datenbank mit Bildmaterial und dokumentierten Streueigenschaften entwickelten die Projektpartner innovative KI-Methoden zur automatisierten Düngemittelklassifizierung.

Gemeinsames Ziel war es, ein KI-System zu schaffen, das Beschäftigte in der Landwirtschaft spürbar entlastet: Eine Lösung, die anhand eines einfachen Fotos zuverlässig den eingesetzten Dünger identifiziert oder – falls dieser noch nicht bekannt ist – einen Dünger mit vergleichbaren Streueigenschaften bestimmt. Forschung und Industrie arbeiteten dabei eng verzahnt, mit einem klaren Fokus auf Praxistauglichkeit und Nutzen.

In der Praxis ist das konkrete Produkt häufig nicht © AMAZONE
In der Praxis ist das konkrete Produkt häufig nicht bekannt, sondern lediglich die Produktgruppe, beispielsweise KAS. Dahinter können verschiedenste Produkte stehen.

KI, die Vertrauen schafft – und Prozesse vereinfacht

Die entwickelte Künstliche Intelligenz analysiert das Foto des Düngers und erzeugt einen digitalen Fingerabdruck mit mehr als 250 physikalischen Kenngrößen. Dieser wird automatisiert mit den Datensätzen der bestehenden Düngerdatenbank abgeglichen. Innerhalb von Sekunden lässt sich so der ähnlichste Dünger ermitteln – und daraus unmittelbar Grundeinstellungen für den Düngerstreuer ableiten.

Von der Forschung in die Anwendung: Synergien im Transfer

Die Ergebnisse des Projekts bildeten die Grundlage für die Entwicklung der App EasyMatch. Das KI-basierte Erkennungssystem ermöglicht es, den Dünger per Smartphone-Kamera in Kombination mit einer handlichen Referenzschablone zu erfassen. Aus der Fotoaufnahme wird ein digitaler Fingerabdruck erzeugt, den die KI offline mit den in der Düngerdatenbank gespeicherten Fingerabdrücken vergleicht.

Mit nur einem Knopfdruck erhalten Beschäftigte in der Landwirtschaft präzise Einstellempfehlungen für unbekannte Dünger – unabhängig von Produktnamen, Hersteller oder Verpackung. Erstmals lassen sich damit auch Streuer auf bislang unbekannte Streugüter sicher einstellen. Das spart pro Streustart bis zu 30 Minuten Zeit, reduziert Fehleinstellungen signifikant und steigert die Arbeitsqualität nachhaltig.

Dr. Kai Lingemann, stellvertretender Leiter des Forschungsbereichs „Kooperative und Autonome Systeme“ am DFKI Niedersachsen in Osnabrück

„Das Projekt zeigt, wie KI-basierte Bildanalyse den Transfer von Forschungsergebnissen in marktreife Anwendungen beschleunigen kann. Gemeinsam mit AMAZONE ist es gelungen, komplexe physikalische Eigenschaften von Düngemitteln in einen praxistauglichen digitalen Fingerabdruck zu überführen – und damit einen echten Mehrwert für die landwirtschaftliche Praxis zu schaffen.“

Dr. Kai Lingemann, stellvertretender Leiter des Forschungsbereichs „Kooperative und Autonome Systeme“ am DFKI Niedersachsen in Osnabrück

Die Innovationskraft der Lösung wurde auch extern bestätigt: EasyMatch wurde auf der Agritechnica mit der Silbermedaille ausgezeichnet.

Projektpartner: AMAZONEN-WERKE H. Dreyer SE & Co. KG 

Kontakt:

Dr. Kai Lingemann

Pressekontakt:

Communications & Media Niedersachsen