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Mehr als nur Mitreden: INNOVADE-Toolkit zeigt Wege zu einer wirksamen digitalen Demokratie auf

| Lernen & Bildung | Design Research eXplorations | Berlin | Pressemitteilung

Wie lässt sich Online-Bürgerbeteiligung von rein symbolischer Beratung in echte, transparente Mitgestaltung verwandeln? Das EU-Projekt INNOVADE hat ein neues Toolkit veröffentlicht, das auf den Präferenzen von fast 500 europäischen Bürgerinnen, Bürgern und Regierungsakteurinnen basiert und konkrete Designempfehlungen für die digitale Demokratie der Zukunft gibt.

A group of people sitting and working together. © DFKI, Rafael Wiethop
Forschung live erleben: In unseren Living Labs entwickeln wir Innovationen nicht nur für euch, sondern gemeinsam mit euch. Direkt im echten Leben, direkt in Echtzeit.

Die digitale Demokratie navigiert derzeit durch unsichere Gewässer: Während Online-Debatten neue Räume für Beteiligung schaffen, wachsen gleichzeitig die Risiken durch Desinformation und Echo-Kammern. Obwohl viele Bürgerinnen und Bürger heute bereits über eine Vielzahl von digitalen Werkzeugen verfügen, bleiben viele desillusioniert. Der Grund: Ihre digitalen Beiträge haben oft keinen sichtbaren oder nachvollziehbaren Einfluss auf politische Entscheidungen.

Das Toolkit für wirksame Beteiligung

Das nun veröffentlichte Digital Democracy Preference Toolkit setzt genau hier an. Die zentrale Erkenntnis der Forschung ist, dass technische Verfügbarkeit allein nicht für den Erfolg ausreicht. Erfolgreiche digitale Werkzeuge müssen über die bloße Konsultation hinausgehen und sogenannte „Co-Production-Modelle“ ermöglichen. Co-Production-Modelle bezeichnen einen Ansatz, bei dem die Bürgerbeteiligung über rein symbolische Fragen hinausgeht und stattdessen sicherstellt, dass der öffentliche Input einen nachvollziehbaren und sichtbaren Einfluss auf reale politische Entscheidungen hat.

Was sich Bürgerinnen und Verwaltungen wünschen

Die Ergebnisse der INNOVADE-Umfragen zeigen einen klaren Trend zu handlungsorientierten Funktionen:
- Sowohl die Bevölkerung als auch die Verwaltungen priorisieren das Melden lokaler Probleme, wie etwa eine beschädigte Infrastruktur.
- Abstimmungen über konkrete Vorschläge werden gegenüber einer rein abstrakten Ideensammlung bevorzugt.
- Digitale Tools werden dabei als wichtige Ergänzung zum persönlichen, direkten Austausch in Präsenzformaten verstanden.

Der Beitrag des DFKI: KI-Sicherheit und Governance

Innerhalb des INNOVADE-Konsortiums spielt der DFKI-Forschungsbereich Design Research eXplorations eine zentrale Rolle: Er leitet die Entwicklung einer App für digitale Demokratie. Dabei fließen aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse, die Bedürfnisse der Beteiligten sowie ethische, rechtliche und technologische Anforderungen zusammen.

Das Ziel ist eine DSGVO-konforme und KI-gestützte Anwendung, die eine sichere Teilhabe an öffentlichen Entscheidungsprozessen ermöglicht. So stellen wir sicher, dass alle Bürgerinnen und Bürger die gleichen Chancen zur Mitwirkung haben – ganz gleich, welcher soziale Hintergrund oder welcher Grad an digitaler Erfahrung vorliegt. Die ersten Pilotphasen in den beteiligten Kommunen sind für Ende 2026 und Mitte 2027 geplant.

Das Toolkit ist ab sofort frei auf Zenodo verfügbar: https://zenodo.org/records/18258934.