Semantische Suchmaschine des DFKI im idw: thematisch relevante Pressemitteilungen leichter entdecken

Zusammen mit dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) hat der Informationsdienst Wissenschaft (idw) eine semantische Suchmaschine entwickelt, evaluiert und in das Angebot des idw integriert. Der neue Service steht allen idw-Nutzenden seit dem 12.01.2022 zur Verfügung. Er empfiehlt zu jeder Pressemitteilung ähnliche Dokumente, unterstützt darüber hinaus die idw-ExpertInnenvermittlung für Journalistinnen und Journalisten.

+++Gemeinsame Pressemitteilung mit idw, Bochum+++

Das gemeinsame Projekt von idw und DFKI - Semantic Search for Science Communication (3SC) - startete Ende 2019. Die entwickelte Suchmaschine erleichtert die Inhaltsentdeckung für die Nutzenden und unterstützt den idw bei der Inhaltsvernetzung. Anders als eine auf Schlüsselwörtern basierende Suche berücksichtigt die semantische Suchmaschine den kompletten Inhalt der Dokumente. Konkret spürt das auf einem idw-domainspezifischen Sprachmodell basierende System zu einer Pressemitteilung oder einer ExpertInnenanfrage passgenau thematisch relevante Pressemitteilungen auf. Das funktioniert sogar dann, wenn das verbindende Thema – zum Beispiel „Klimawandel“ oder „Pandemie“ – in den Texten begrifflich nicht vorkommt.

In einer ersten Anwendung zeigt der idw mit Hilfe der Suchmaschine in der Detailansicht jeder Pressemitteilung auf idw-online.de die fünf inhaltlich am engsten verwandten idw-Pressemitteilungen an. Der Service hilft Journalisten und Journalistinnen konstruktiv bei der Recherche und ermuntert alle Nutzenden, sich intensiver mit dem ausgewählten Thema zu befassen, um weitere wissenschaftliche Facetten und Einrichtungen kennenzulernen.

Darüber hinaus setzt der idw den Prototypen über seine ExpertInnenvermittlung (https://expertenmakler.de) für die Suche nach geeigneten Fachleuten ein. Mit Hilfe dieses Tools finden Medienschaffende passende wissenschaftliche Kontakte in den idw-Mitgliedseinrichtungen. In die Anfrage gehen auch der Recherchestand und die Erwartungen der Journalistinnen und Journalisten an die Ansprechperson ein. Zusätzlich greift die semantische Suchmaschine darauf zu, um in Echtzeit thematisch entsprechende idw-Pressemitteilungen als ergänzendes Recherchematerial anzubieten.

Das System setzt die von Prof. Günter Neumann entwickelte Generalized Semantics Retrieval Engine (GSRE) seiner DFKI-Forschungsgruppe QAIE (Question Answering and Information Extraction) ein. GSRE identifiziert und bewertet die semantische Ähnlichkeit von Dokumenten. Das System fungiert in der idw-Anwendung als Discovery-Tool. Es bietet für jede der ca. 420.000 Pressemitteilungen, die seit 1995 über den idw veröffentlicht wurden, die semantisch ähnlichsten Dokumentkandidaten an. Das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit der Unternehmenskommunikation des DFKI in Saarbrücken initiiert und gemanaged. Der Service unterstützt mehr als 1.000 Kommunikationsabteilungen wissenschaftlicher Einrichtungen, über 9.000 Journalistinnen und Journalisten und die 600.000 monatlichen Nutzenden des idw in ihrem Arbeits- und Recherchealltag.

Nach Freischaltung und Testung prüft der idw weitere Einsatzbereiche für die semantische Suchmaschine. Künftig sollen die über den idw angebotenen Pressemitteilungen, Termine, Expertinnen und Experten, Bilder und Videos so noch gezielter miteinander vernetzt werden.

Über den idw:
Der Informationsdienst Wissenschaft e. V. (idw) wurde 1995 gegründet und ist das Nachrichtenportal für Aktuelles aus Wissenschaft und Forschung. Er bringt Wissenschaft und Öffentlichkeit zusammen, indem er die Nachrichten und Termine seiner über 1.000 Mitgliedseinrichtungen veröffentlicht und an 42.000 Abonnentinnen und Abonnenten versendet, darunter 9.000 Journalistinnen und Journalisten. Der idw unterstützt die Wissenschafts-kommunikation in der gesamten D/A/CH-Region und verzeichnet 600.000 Monthly Unique Visits.

Über das DFKI:
Das DFKI wurde 1988 als gemeinnützige Public-Private-Partnership gegründet. Es ist für innovative Softwaretechnologien auf der Basis von KI-Methoden die führende wirtschaftsnahe Forschungseinrichtung Deutschlands und zählt mit 1360 Mitarbeitenden aus über 65 Ländern in der internationalen Wissenschaftswelt zu den wichtigsten „Centers of Excellence“. DFKI-Projekte adressieren das gesamte Spektrum von anwendungsorientierter Grundlagenforschung bis markt- und kundenorientierter Entwicklung von Produktfunktionen. Das Finanzvolumen 2020 lag bei 64,6 Millionen Euro.


Weitere Informationen:
idw: https://idw-online.de/de (für alle idw-Nutzer)
idw expert finder: https://expertenmakler.de (nur für eingeloggte Journalistinnen und Journalisten)

Semantic Search for Science Communication (3SC):
https://www.dfki.de/web/forschung/forschungsbereiche/sprachtechnologie-und-multilingualitaet/qaie-team/3sc

Question Answering and Information Extraction Research Group, QAIE, im DFKI-Forschungsbereich MLT:
https://www.dfki.de/web/forschung/forschungsbereiche/sprachtechnologie-und-multilingualitaet/qaie-team

DFKI Forschungsbereich Multilinguality and Language Technology, MLT:
https://www.dfki.de/en/web/research/research-departments/multilinguality-and-language-technology

 

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Kontakt:

Prof. Dr. Günter Neumann

Leiter Forschungsgruppe QAIE, DFKI

Svenja Niescken

Content-Managerin, idw

David Niechoj

Manager IT-Entwicklung, idw

Pressekontakt:

Reinhard Karger, M.A.

Unternehmenssprecher, DFKI

Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz
German Research Center for Artificial Intelligence