Den Einsatz künstlicher Intelligenz in der überbetrieblichen Ausbildung (ÜBA) im Handwerk erforscht das Projekt „KIgÜBA – KI-gestützte überbetriebliche Ausbildung“ am Bildungszentrum Schweinfurt der Handwerkskammer für Unterfranken. Auf dem Kongress „Zukunft Handwerk“ in München stellte das Projektteam am 4. und 5. März 2026 vor, wie das in Zukunft aussehen könnte. Im Projekt entwickelt das DFKI gemeinsam mit dem Bildungszentrum Schweinfurt eine Tracking-KI, die Bewegungen von Auszubildenden erfasst, sowie eine Tutoring-KI, die Auszubildende individuell und angepasst an das Lernniveau unterstützt. „Unsere Vision ist es, eine echtzeitgesteuerte Lernumgebung zu schaffen, in der Auszubildende individuell gefördert werden“, beschreibt Uljana Bauer, stv. Leiterin des Bildungszentrums Schweinfurt. In den nächsten drei Jahren soll im Bildungszentrum eine moderne Werkstatt für den Schließtechnikkurs in der ÜBA im Metallbauhandwerk entstehen, die KI-Lernstationen und klassische Werkstattelemente vereint. „Wir möchten jungen Menschen bereits in der Ausbildung Kompetenzen im Umgang mit KI auf den Weg geben, wovon sowohl die Betriebe als auch die Gewerke selbst profitieren“, so Uljana Bauer.
„Im Projekt KIgÜBA können wir demonstrieren, wie KI-gestützte Sensorsysteme und datenbasierte Auswertungsmethoden Arbeits- und Lernprozesse in realen Werkstattumgebungen präzise erfassen und daraus adaptive Assistenzfunktionen ableiten“, erläutert zudem Dr. Tim Schwartz vom Projektpartner DFKI. Von den Impulsen, die das Projekt für die Zukunft des Lehrens und Lernens im Handwerk setzen wird, überzeugten sich auf dem Kongress „Zukunft Handwerk“ auch Dorothee Bär, Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt und Hubert Aiwanger, Bayerischer Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, die beide den Messestand von „KIgÜBA“ besuchten und sich Einblicke in den Forschungsansatz erläutern ließen.
Neue Wege in der überbetrieblichen Ausbildung
„Mit KIgÜBA beschreitet unser Bildungszentrum Schweinfurt einen innovativen Weg in der überbetrieblichen Ausbildung. Die hier entwickelten Lehr- und Lernmethoden werden sich auf weitere Gewerke und damit auf die Zukunft der praktischen Berufsbildung im Handwerk auswirken“, betont Ludwig Paul, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für Unterfranken. Das Projekt verfolgt dabei einen ganzheitlichen Ansatz, indem es sowohl das Ausbildungspersonal als auch die Auszubildenden in den Blick nimmt und beide Gruppen im Umgang mit KI schult. Darüber hinaus wägt es auch die Risiken beim Einsatz von KI in diesem Umfeld ab. Denn das Ziel ist es, die Künstliche Intelligenz sicher und gewinnbringend für die überbetriebliche Ausbildung zu nutzen.
Das Projekt „KIgÜBA – KI-gestützte überbetriebliche Ausbildung“ wird gefördert im Rahmen der „Initiative für eine exzellente überbetriebliche Ausbildung (INex-ÜBA)“ des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ). INex-ÜBA wird durchgeführt vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB).

