Coding für Mädchen: Online-Lernplattform mit DFKI-Beteiligung gestartet

Im Projekt YouCodeGirls entsteht im Zusammenspiel von Didaktik und Technologie eine gleichnamige Website mit unterschiedlichen Lernformaten, die Mädchen und junge Frauen, individuell zugeschnitten, an das Thema Programmieren heranführen soll. Ab heute kann das Angebot genutzt werden.

Zusammen mit der Didactic Innovations GmbH und dem Forschungsinstitut Bildung Digital der Universität des Saarlandes bringt das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) die YouCodeGirls-Plattform heraus, auf der Kurse zum Thema Programmieren aus bestehenden fremden Lernhinhalten und neu kreierten Inhalten, sogenannten „YouCodeGirls Originals“, gebündelt werden. Aktuell können Nutzerinnen zum Beispiel in einem virtuellen 360-Grad-Rundgang durch eine Stadt erfahren, an welchen Orten Coding eine Rolle spielt, oder lernen, wie sie ihren Login-Bereich auf der Plattform nach eigenem Geschmack selbst programmieren können. Künftig soll weiterer Lernstoff hinzukommen. Um die Mädchen und jungen Frauen gezielt zu erreichen, wurden mit Testnutzerinnen der Kernzielgruppe im Alter zwischen 9 und 18 Jahren die thematischen Anforderungen erhoben.

Bei der Registrierung auf der Plattform müssen die Interessen und das Vorwissen noch selbst eingegeben werden, um passende Kurse vorgeschlagen zu bekommen. Ab dann soll das Nutzungserlebnis personalisiert und automatisiert werden. Der DFKI-Forschungsbereich „Smart Enterprise Engineering“ entwickelte ein implizites Empfehlungssystem, das das Verhalten ähnlicher Nutzerinnen beobachtet und anhand dieser Daten passende Kursangebote für die einzelne Nutzerin vorsortiert, ohne dass die populärsten Inhalte übergewichtet werden. Begleitet werden die Mädchen auf ihrer Lernreise von der Figur Mia, einem Chatbot, der ihre Fragen beantwortet. Dabei muss Mia nicht alle möglichen Fragen im Wortlaut kennen. Dank Natural Language Processing (NLP), einem Teilgebiet der Künstlichen Intelligenz, kann sie die Absichten hinter den Fragen bestimmen und passende Antworten liefern. Je mehr Mädchen die Plattform nutzen werden, desto intelligenter kann Mia auf die Fragen reagieren, da sie auf immer mehr Wissen zurückgreifen kann.

Prof. Dr. Oliver Thomas, Leiter des Forschungsbereichs „Smart Enterprise Engineering“ am DFKI-Standort Niedersachsen: „Technologie, genauer KI-Algorithmen, dienen hier ganz klar den Nutzerinnen und ihrem Interesse an einem wichtigen MINT-Bereich, der Informatik. Indem für sie relevante Inhalte priorisiert und sie interaktiv begleitet werden, wird der Lernprozess unterstützt. Das ist eine Mission, bei der wir, neben den Expertinnen und Experten im Projekt rund um digitale Bildung, sehr gern ein Teil sind.“

Further information:

German Research Center for Artificial Intelligence
Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz